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Rotes Erbe entsorgt Von Jana Frielinghaus

2009/10/02

Old_Berlin_Stock_Exchange_and_Berlin_Cathedral_1887Der Antikommunismus feiert seit Anno 1990 im »wiedervereinigten« Deutschland fröhliche Urständ – mit tatkräftiger Hilfe der Parlamentsparteien, vornean nicht nur die Union, sondern auch die SPD. Die Linkspartei trägt nicht selten ihr Scherflein bei. Ein Beispiel für das in der BRD sorgsam gehegte Ressentiment ist die viele Jahre währende Auseinandersetzung um die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals.

Im Sportlerheim des brandenburgischen Ortes südlich von Berlin trat Thälmann am 7. Februar 1933 das letzte Mal vor seiner Verhaftung durch die Gestapo als Redner vor dem Zentralkomitee der KPD auf. Am 7. Februar 1953 wurde das Gebäude von Wilhelm Pieck als Gedenkstätte eingeweiht. Nach der Wende wurde sie geschlossen, 2002 wurde das Grundstück durch die Treuhand-Nachfolgerin TLG zwangsversteigert.

Der heutige Eigentümer, der aus Westdeutschland stammende Gerd Gröger, hat von Anfang an den Abriß der Gedenkstätte angestrebt, um das Grundstück als Baugrund nutzen zu können. Darüber kam es zu einem anhaltenden Rechtsstreit mit dem Freundeskreis »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals« e. V., über den jW wiederholt berichtete. Nachdem Gröger die Genehmigung zum Abriß bekommen hatte, wollte er vor Gericht auch noch durchsetzen, daß die Auflagen, die ihm erteilt worden waren, fallengelassen werden. Damit kam er jedoch nicht durch: Im Mai dieses Jahres wurde dieses Ansinnen abgeschmettert. Über diesen Vorgang wurde der Freundeskreis jedoch nicht informiert, sondern die Stadt Königs Wusterhausen; namentlich deren Bürgermeister Stefan Ludwig (Die Linke), handelte mit Gröger einen Schenkungsvertrag über das Inventar der Gedenkstätte aus – das eigentlich dem Freundeskreis zustehen würde. Die Gegenstände sind mittlerweile in einem Gebäude in Niederlehme, das der Kommune Königs Wusterhausen gehört, eingelagert – wo und wann sie einst »angemessen präsentiert« werden sollen, ist völlig unklar.

Klar ist aber, daß der Abriß den Segen der Landesregierung hat. Denn Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) höchstselbst bestätigte dies kürzlich in der Antwort auf den Brief einer Bürgerin auf seinem Internetportal. In seinem Schreiben an Anne Kreschinski, die sich nach dem künftigen Schicksal der Gedenkstätte erkundigt hatte, erklärt er, die Abbruchgenehmigung, die Gröger erhalten hat, sei »nach den denkmalschutzrechtlichen Bestimmungen nicht zu beanstanden«. Dennoch sei er, Platzeck, natürlich dafür, »das Andenken an deutsche Arbeiterführer aufrechtzuerhalten, zumal wenn sie – wie Ernst Thälmann – im Kampf gegen die faschistische Gewaltherrschaft ihr Leben gelassen haben«. Im konkreten weist er den DDR-Behörden sozusagen postum eine Mitschuld dafür zu, daß dem Gebäude »nicht der Rang eines nationalen Kulturgutes eingeräumt werden« konnte. Der Grund: Das Originalgebäude habe »aufgrund mangelnder Pflege wegen Baufälligkeit in den 50er Jahren abgerissen« werden müssen, das heutige wurde 1958/59 errichtet. So einfach können »Experten« das Verschwindenlassen von historischen Dokumenten und Gegenständen in der Rumpelkammer begründen, wenn es sich um den »Nachlaß« von Kommunisten handelt. Platzeck betont in seinem Brief, mit der Einlagerung des Inventars sei »eine spätere, sachgerechte Würdigung des historischen Ereignisses in Ziegenhals nicht verbaut«. Ob und wann es sie geben wird: keine Aussage.

Gora Zelestino Uriarte eta gora Ernst Thälmann!

badator U12a…

ondo izan lagunok!

Joanes Apaolaza

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